Wie alles begann
Als meine Hündin Tyra bei mir einzog, entwickelte sich alles anders als geplant. Mit gerade einmal zehn Wochen litt sie unter massiven Umweltängsten. Zivilisationsgeräusche versetzten sie in Panik, sie zitterte ununterbrochen und auch die vielen „Unfälle“ im Haus gehörten monatelang zu unserem Alltag. Immer wieder stellte ich mir die Frage: „Was mache ich falsch?“. Auch einigen ihrer Wurfgeschwister ging es ähnlich.
Doch statt mich von Sorgen und Selbstzweifeln bestimmen zu lassen, wollte ich verstehen, was Tyra braucht – und einen Weg finden, ihr zu helfen.
Schon vor Tyras Einzug hatte mich das Mantrailing fasziniert. Erste Testläufe in einer Hundestaffel zeigten allerdings, dass dieser Rahmen für meine unsichere Hündin nicht passt. Also begann ich, das Training individuell auf Tyra abzustimmen. Ich arbeitete mich intensiv in die Fachliteratur ein und durfte dabei von großartigen Hundetrainerinnen und Hundetrainern lernen. Wir gingen Schritt für Schritt voran, ohne Druck, in ihrem Tempo und mit viel Geduld.
Und dann fanden wir im Mantrailing unseren Durchbruch.
Beim Trailen blühte Tyra regelrecht auf. Sie bekam eine Aufgabe, konnte ihre außergewöhnliche Nase einsetzen und dabei Erfolge erleben. Der besondere Höhepunkt kam, als aus einem Training plötzlich Ernst wurde: Ganz unvorbereitet halfen wir dabei, einen entlaufenen Hund zu suchen – und Tyra fand ihn tatsächlich!
Ich war unendlich stolz auf sie. Dieser Moment war für mich pures Glück und hat mir einmal mehr gezeigt, wie viel in einem unsicheren Hund stecken kann, wenn er die Möglichkeit bekommt, seine Stärken zu entdecken.
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf das Mantrailing geprägt. Es geht für mich nicht darum, jeden Hund nach einem festen Schema zu trainieren. Es geht darum, genau hinzuschauen, individuelle Voraussetzungen wahrzunehmen und Bedingungen zu schaffen, unter denen ein Hund seine eigenen Fähigkeiten einsetzen und weiterentwickeln kann.
Im November 2024 habe ich meine Ausbildung zur Mantrailing-Trainerin abgeschlossen. Seitdem leite und begleite ich eine Hobbygruppe und sammle wertvolle praktische Erfahrung. Durch zusätzliche Workshops und regelmäßige Weiterbildung vertiefe ich mein Fachwissen kontinuierlich. Ich besitze außerdem die offizielle Erlaubnis, als Hundetrainerin nach §11 Abs.1 Satz 1 Nr.8f TierSchG zu arbeiten.
Aus meinem langjährigen Berufsleben bringe ich außerdem umfangreiche Erfahrung in der Führung, Begleitung und Entwicklung von Menschen und Teams mit. Ich habe Teams geleitet, Mitarbeitende gecoacht und Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt. Dabei habe ich gelernt, auf unterschiedliche Persönlichkeiten einzugehen, Stärken zu erkennen und Menschen individuell auf ihrem Weg zu begleiten.
Diese Erfahrung ist heute eine wertvolle Ergänzung zu meinem Fachwissen rund um Hunde und Mantrailing. Denn auch beim Mantrailing arbeiten nicht nur Hunde. Mensch und Hund bilden ein Team – und jedes Team bringt seine eigenen Voraussetzungen, Fragen und Herausforderungen mit.
Auch privat bin ich gerne aktiv und viel in der Natur unterwegs, natürlich mit meinem Hund an meiner Seite.
Heute schlägt mein Herz ganz für das Mantrailing.




